Was ist Soziologie und was macht man eigentlich damit?

 

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn als Wissenschaft gesellschaftlicher Zusammenhänge sind die Möglichkeiten wissenschaftlicher Beobachtung quasi unbegrenzt: was geschieht schon außerhalb gesellschaftlicher Wirklichkeit? Dementsprechend breit gefächert sind die Möglichkeiten, als Soziologe seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Als Soziologin habe ich mich auf Fragen der Kultur- und Wissenssoziologie, der politischen Soziologie und der Sozialpsychologie spezialisiert, um mein Wissen in folgenden Bereichen einzubringen.

Kultur und Wissen

 

"Was immer du anschaust, schaut dich an." (Andreas Tenzer)

Menschen interpretieren Situationen immer entsprechend ihres Erfahrungshorizontes. Erst durch ihre Interpretationen erhalten Beobachtungen ihren Sinn. Wissensbestände erscheinen dann als Kultur(en), weil es unterschiedliche Sichtweisen auf denselben Sachverhalt gibt. Anstatt einer Wahrheit bilden sich Wahrheiten. Was passiert also mit Wissen passiert, wenn es sich durch unterschiedliche kommunikative Räume bewegt? Wie lässt sich aus verschiedenen Perspektiven ein Konsens erzielen? Ist Konsens überhaupt möglich und wenn ja, tatsächlich mmer sinnvoll?

Die Systemtheorie - Kunst der Selbstirritation

 

"Die Horizonte der Menschen sind verschieden. Bei manchen ist das Sichtfeld leider so eingeengt, dass es sich auf einen einzigen Punkt beschränkt. Diesen nennt man den Standpunkt." (Hugo Steinhaus)

Die Erkenntnis, dass es auch eine andere Sicht auf die Dinge gibt, kostet die Aufgabe der Überzeugung, dass man selbst "im Recht" ist und andere die eigene Meinung nur nicht teilen, weil sie sie nicht verstehen wollen oder können. Die eigene Perspektive ist als eine mögliche neben anderen nicht wahrer oder richtiger und schon gar nicht sichtbar. Gerade weil Interpretationsprozesse unterschiedlich sind und unsichtbar bleiben, ist Kommunikation so sensibel.

"Kommunikation ist unwahrscheinlich. Sie ist unwahrscheinlich, obwohl wir sie jeden Tag erleben, praktizieren und ohne sie nicht leben würden." (Niklas Luhmann)

Damit Kommunikation gelingt, etablieren sich in der gesellschaftlichen Praxis Strukturen, die Verhalten und mögliche Interpretationen anderer erwartbarer machen, beispielsweise in Form von Rollenbildern. Sich seiner eigenen Rolle(n) bewusst werden, erfordert Distanz, eine Betrachtung des eigenen Blickwinkels. Als Kunst der "Selbstirritation" ermöglicht die Soziologie eine Beobachterperspektive, die den eigenen Standpunkt neben andere stellt und den Blick schärft, um Selbstverständlichkeiten und Strukturen zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. 

Gibt es eine Möglichkeit, trotz unterschiedlicher Perspektiven eine gemeinsame Basis zu finden, auf der sich ein Konsens erzielen lässt?

(Unternehmens-) Politik - konsensfähig Entscheiden und richtig Führen

 

"Führungskompetenz bedeutet vor allem die Kompetenz, sich selbst zu führen"

In der Praxis muss meist mehrheitsfähig entschieden werden, auch wenn Standpunkte divergieren. Um Konflikte und langwierige Prozesse zu vermeiden, kann Kommunikation chancenreich gestaltet werden. Erkenntnisse kultur- und wissenssoziologischer sowie sozialpsychologischer Forschung geben wertvolle Impulse für die unternehmerische Praxis.

Mit welchen Ideen identifizieren sich Mitarbeiter und warum?

Was bedeutet Motivation und wie entsteht sie? 

Wie funktionieren Meinungsbildungsprozesse? Wie wichtig sind Querdenker für die Entwicklung des Unternehmens? 

Welche Rollen schreiben sich Personen zu und wann kommt es zu Konflikten?

Wann ist welcher Führungsstil erfolgreich?

Projekte zielorientiert voranzutreiben bedeutet, sich und sein Team richtig zu führen. Ein Blick hinter die Kulissen des Unternehmensalltags lohnt sich.